Langkettige Omega-3-Fettsäuren auch für Vegetarier/Veganer verfügbar

Ernährungsmedizin

Wir haben uns auf unserem Blog des öfteren mit den Omega-3-Fettsäuren auseinandergesetzt und vor allem die günstigen Wirkungen der langkettigen mehrfachungesättigten Omega-3-Fettsäuren hervorgehoben.
Zur Wiederholung: Zu den langkettigen mehrfachungesättigten Omega-3-Fettsäuren zählen die Eicosapentaensäure (EPA) und die Docosahexaensäure (DHA). Sie weisen entweder 5 Doppelbindungen bei 20 C-Atomen oder 6 Doppelbindungen bei 22 C-Atomen auf. Sie kommen überwiegend im fettreichen Meeresfisch wie Makrele, Hering, Lachs, etc. vor.
Diese Fettsäuren können über verschiedene Enzymsysteme der Leber aus der Vorstufe – der alpha-Linolensäure (C:18:3 n-3 FS) – aufgebaut werden. Die endogene Synthese der längerkettigen Omega-3-Fettsäuren kann allerdings begrenzt sein, da die Leberenzyme nicht nur die alpha-Linolensäure umsetzen, sondern auch an der Kettenverlängerung und Desaturierung der Linolsäure sowie der Ölsäure beteiligt sind. Insofern besteht bei der Umwandlung in die längeren und mehrfach ungesättigten Fettsäuren ein Wettbewerb zwischen der alpha-Linolensäure, der Linolsäure und der Ölsäure. So wird im Durchschnitt nur 5% der ALA in EPA und nur zu 0,5% in DHA umgewandelt.
Für Vegetarier und Veganer, die bislang nur auf die alpha-Linolensäure (ALA) als Vorstufe der EPA und DHA zurückgreifen konnten, standen vor allem das Leinöl, Rapsöl, Hanföl, Sojaöl und Walnussöl zur Verfügung.
Nun wird allerdings auch ein rein pflanzliches Öl, das die längerkettigen Omega-3-Fettsäuren in hohen Konzentrationen anliefert, seit geraumer Zeit auf dem Markt angeboten.
Die Rede ist von Algenöl, das eigentlich die ursprüngliche Quelle dieser langkettigen Omega-3-Fettsäuren ist. Über die  Nahrungskette – Mikroalgen -> Krill -> fettreicher Meeresfisch – gelangen diese Fettsäuren in den Menschen.
Veganer und Vegatarier brauchen diesen Umweg nicht machen und können direkt auf konzentriertes Algenöl zurückgreifen. Im Handel wird dieses Öl als Kapsel (Nahrungsergänzung) angeboten. Die Öle der Mikroalgen Schizochytrium– und Ulkenia sind als Nahrungsergänzungsmittel seit 2009 bzw. 2014 zugelassen.
Auf Grund der zahlreichen günstigen Wirkungen der DHA und der EPA macht es sicherlich für Vegetarier/Veganer Sinn ab und zu auf diese Nahrungsergänzung zurück zu greifen. Empfehlungen über die Häufigkeit und Dauer einer solchen Nahrungsergänzung werden wir allerdings nicht geben, da der Bedarf wie immer sehr individuell ist.

 

 

 

 

Wir hoffen, dass der Artikel euch Spaß gemacht hat. Die Inhalte dieses Artikels sind auch Teil der Diätassistentenausbildung an unserer Schule. Wenn ihr Interesse bekommen habt, seht euch doch weitere Seiten unsere Homepage an und informiert euch über diese Ausbildung. Alles Gute und bis zum nächsten Artikel.

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